Ein Stempel für die Liebe

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Eine Geschichte von Anna G. Foxx
Datum der Veröffentlichung: 15.08.2020

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Ein Stempel für die Liebe

Ein Stempel für die Liebe

Liza hat sich verliebt. Das wäre ja nichts ungewöhnliches, wenn es nicht ausgerechnet ein Albaner wäre. Sie ignoriert alle Anzeichen, alle guten Worte und macht sich allein auf den Weg zu einem Teil seiner Familie. Vom dort aus soll sie in den Kosovo fliegen. Doch es kommt alles anders, als geplant…

Autor:
Anna G. Foxx
Genre:
Familie, Drama
Erscheint:
15. August 2020
Ausgabe:
Ebook/Softcover
lieferbare Formate:
epub2, epub3, pdf, mobi (Amazon)

Zusätzliche Information

Ausgabe

E-Book, Taschenbuch

Auswahl Extras

Mit Signierung, Ohne Signierung , Epub2, Epub3, Pdf, Mobi (Amazon)

Leseprobe

Jacen war ein wirklich hübscher junger Mann. Er entfachte in mir das Feuer der Liebe. Ich fühlte mich so unbeschreiblich verzaubert. Sein schwarz-silbernes Haar glänzte so wundervoll in der Sonne und seine nussbraunen Augen leuchteten mir entgegen, wann immer wir uns in die Augen sahen. Außerdem trug er immer einen 3-Tage-Bart. Ich liebe Männer mit Bart. Wenn Jacen lachte, zog sich sein Gesicht zusammen und seine Augen wurden immer kleiner. Das sah jedes Mal so lustig aus, dass ich gar nicht anders konnte, als zu lachen. Sein sportlicher Körperbau strotzte vor Kraft. Er war leidenschaftlicher Kampfsportler. Leider zettelte er immer wieder Streitereien an und nutzte dann seine Vorliebe gegenüber seinem „Gegner“. Das war mir nicht immer recht.

 

„Bist du dir ganz sicher Liza?“ Janna sah ihre Freundin forschend an. „Du weißt, es gibt auch hier in Deutschland gute Männer!“

„Ja, ich weiß, aber ich habe mich eben in IHN verliebt. Warum verstehst du das denn nicht?“

„Weil du ihn nicht einmal persönlich kennst. Du weißt doch nichts über ihn!“

„Natürlich weiß ich einiges über ihn!“ Liza holte tief Luft, um ihrem Ärger nun vollends den Lauf zu lassen.

„Aber ich bin saumäßig enttäuscht, dass du, als meine beste Freundin, mich nicht unterstützt!“

Janna war meine beste Freundin, deren Meinung eigentlich mit meiner immer konform ging.

 

Ich mag sie nicht nur, weil wir immer auf einer Wellenlänge sind, sondern auch, weil sie eine brasilianische Schönheit ist.

Wir lernten uns in einer kleinen Disko im Vorort kennen. Ihre rassigen schwarzen Locken glänzten im Licht der Diskobeleuchtung und wippten mit jeder ihrer geschmeidigen Bewegungen, wenn sie sich im Rhythmus der Musik bewegte. Ich hätte gern ihre Haut berührt, so ebenmäßig braun und narbenlos. Nein, ich war keinesfalls lesbisch. Mich faszinierte einfach ihre wilde Schönheit. Jedes Mal, wenn sie frech ihre Hüften schwingen ließ, verdrehte sie den Männern den Kopf.

Seit damals sind wir unzertrennlich. Die Eine, die immer das Beste für mich will…

„Das stimmt doch gar nicht! Du weißt doch nicht, wie die Männer dort ticken! Du kennst ihn doch nur aus dem Internet! Du weißt nur das, was er dir erzählt hat. In wieweit das der Wahrheit entspricht, kannst du nicht wissen!“ Janna hielt kurz inne, um das Gesagte wirken zu lassen. „Das ist nur eine Phase, die spätestens dann vergeht, wenn wir wieder auf Party gehen!“
„Du glaubst, auf Party findet man auch die wahre Liebe? Denkst du das wirklich?“ Liza sah ihrer Freundin kurz zweifelnd an. Ihr Blick wechselte und strahlte nun Entschlossenheit aus.

„Ich werde fliegen! Seine Schwester hier Deutschland hat mich zu sich eingeladen und wird mit mir zu ihm fliegen!“ Janna ließ sich jedoch von ihrer Entschlossenheit nicht anstecken.
„Im Internet findet man die wahre Liebe nicht. Ich will einfach nicht, dass du enttäuscht wirst! Mach die Augen auf! Es gibt kein Märchenprinz auf einem Gaul – außer im Märchen natürlich!“
„So habe ich das auch nicht gemeint!“ antwortete Liza ein wenig verärgert. Doch dann lächelte sie. „Vertrau mir! Ich komme glücklich und munter zurück!“
„Okay, wie du willst, aber denk dran, ich meine es nur gut mit dir und wenn etwas sein sollte – Ich hole dich zurück!“ Die letzten Worte hatte Janna leise geknurrt. Sie traute dem Frieden um keinen Preis und würde alles für mich, ihre beste Freundin, tun. Selbst, wenn sie dafür Interpol einschalten müsste!
Damit war das Gespräch beendet und wir widmeten uns unserem Beautytag: Ich wollte für meine Reise hübsch aussehen. Auf zur Maniküre bei der netten Chinesin. Das war momentan der letzte Schrei: Modern und stylisch. Schöne rotlackierte Nägel, die einen spitz und lang, die anderen rund und mittelkurz. Außerdem gab es so eine Art viereckig und etwas kurz. Das war perfekt für mich!
„Welche Farbe bitte?“, fragte mich die Nagel Fee. Was nehme ich denn dieses Mal? Das matte Schwarz sah doch gut aus.
„Bitte einen Strassstein in die Mitte setzen!“ Als ich ihr meine Hände reichte, war ich selbst beeindruckt. Was hatte ich doch für schöne und gepflegte Hände.

Der nächste Weg auf unserer Tour führt ins Solarium. Unterwegs holte ich noch fix meinen Krankenschein vom Arzt ab. Lieber hätte ich Urlaub genommen, aber es war alles so kurzfristig, dass ich keinen hätte nehmen können. Vielleicht hätte ihn mir mein Chef sogar gegeben, denn er war der allerbeste Chef der Welt, aber das Risiko war ich nicht bereit einzugehen.

Er mochte meine Arbeit, meine Überpünktlichkeit und vor allem, dass ich ihm immer Frühstück mitbrachte. Er kam selbst kaum dazu. Ich betreute Kinder aus dem Heim, sorgte dafür, dass sie in den Frühstunden aus dem Bett kamen, ein richtiges Essen mit in Kindergarten oder Schule mitnahmen und abends mit einer Geschichte einschlafen konnten. Sie waren immer glücklich mich zu sehen und nannten mich Mama Liza.
Sie wollten stets nur von mir ins Bett gebracht werden. Sobald alle im Bett waren, erzählte ich Ihnen eine Geschichte oder las aus einem Buch vor. Mittlerweile waren wir wie eine richtige Familie und die Kinder fühlten sich sehr wohl bei uns. Wenn ich jetzt daran dachte, hatte ich beinahe ein schlechtes Gewissen, einfach krank machen zu wollen, aber mein eigenes Leben musste irgendwann auch zählen.
Zuhause angekommen, musste ich noch meinen Koffer fertig packen. Es war so schwierig zu entscheiden, welche Klamotten ich mitnehmen wollte. Ich packte ein und alles wieder aus. Immerhin musste auch Platz für Neues da sein. Die Lederjacke musste in jedem Fall mit! … Ach und 3 Paar Schuhe! Darunter ging ja gar nichts! Was noch? Ja, mein roter dünner schulterfreier Pulli, der mir so verdammt gut steht und das Glätteisen…
Am Ende war der Koffer reichlich gefüllt und echt schwer. Morgen war es soweit. Ich würde zu seiner Schwester fahren und zusammen fliegen wir in den Kosovo. Noch am selben Abend plauderte ich mit Jacen über Webcam. Er betrachtete meine Nägel, äußerte sich sehr lobend über meinen Geschmack.
„Sexy Nägel mein Schatz!“ Ich liebte seine Komplimente. Egal, was ich an mir machen ließ, er fand es immer wunderschön. Ich lächelte verliebt.
„Morgen fahre ich los. Nur noch zweimal schlafen und dann sind wir endlich vereint.“ Da waren sie wieder, die flatternden Schmetterlinge in meinem Bauch, zusammen mit dem Hochgefühl der Vorfreude. Ich glaubte sogar in meinem eigenen Video das Glänzen in meinen Augen sehen zu können.
„Ich werde dich vernaschen meine kleine Bombunjerk[1]“, und lächelte mich an, als würde er genau das meinen, was er sagte. Bombunjerk war mein persönlicher Kosename von ihm. Er meinte immer, ich sähe aus, wie die Models, die auf den Pralinenschachteln abgebildet sind. Dabei sah ich mich selbst wie 80 Jahre. Mein Selbstbewusstsein schien über die Jahre immer mehr versagt zu haben. Dabei mochte ich mein Gesicht, umrahmt von den wunderschönen schwarzen Naturlocken. Doch ich glättete sie mir immer, weil ich glaubte, glatte Haare würden mich attraktiver werden lassen. Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel sah, blickten mir diese wunderschönen großen braun-grünen Augen entgegen, die Stupsnase und meine vollen Lippen. Es passte alles perfekt zu meinem runden Gesicht und meinem sehr weiblichen runden Körper. Ich war keineswegs schlank, eher moppelig, aber ihn störte das überhaupt nicht, was mir immer wieder ein erneutes Glücksgefühl beschwerte. Bei all den schönen Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen fiel es mir sehr schwer, Schlaf zu finden. Der Morgen dämmerte schon. Ich hatte vielleicht eine Stunde geschlafen als es an der Zeit war aufzustehen. Die Dusche musste helfen! Ich ließ erst wohlig warmes Wasser über meinen Körper laufen, um ihn dann mit gemäßigt kaltem Wasser komplett aus dem Schlaf zu holen. Ganz kalt schaffte ich nie. Zumindest war ich wach. Ein paar Happen Müsli und ein Schokoriegel sollten mein Frühstück sein. Als ich fertig im Flur stand und den Koffer anheben wollte, wurde mir klar, dass ich doch zu viel eingepackt hatte. Er war so schwer! Also griff ich zum Telefon und bestellte mir ein Taxi zum Bahnhof. Netterweise trug mir der Taxifahrer den schweren Koffer noch bis zur Information. Ich gab ihm ein Trinkgeld und wandte mich dann dem Schalter zu.
„Ich möchte bitte eine Fahrkarte nach Bremen kaufen.“ Mit leicht abwesendem Blick sah mich der Herr hinter dem Schalter an. In Gedanken war er wohl schon am Computer.
„Eine Einzelfahrt oder Hin- und Rückfahrt?“
„Einzelfahrt bitte und eine Direktfahrt!“ Derr Herr reichte mir aus dem Drucker meine Fahrkarte und ich gab ihm den Betrag passend in bar. Da hinter mir schon der Nächste stand und ungeduldig wartete, vergaß ich, nach einem Fahrstuhl zu fragen, da mein Startgleis leider nicht unten war. Ich zog also gefühlte 30 Kilo plus Handtasche durch den Bahnhof. Endlich hatte ich den Fahrstuhl zu meinem Gleis gefunden. Ich kam auf dem Bahnsteig an und, wie sollte es auch anders sein, war er natürlich schon gut besetzt. Ich suchte verzweifelt nach einem Platz.
„Entschuldigung, dürfte ich bitte durch?“ Dieser Satz wurde heute mein Hit des Tages! Mühsam quetschte ich mich bis ans Ende des Bahnsteiges durch und setzte mich schlussendlich auf meinen Koffer. Vielleicht hätte ich einen Zug später nehmen sollen. Leider war das nicht möglich, da das Ticket auf diesen Zug ausgestellt worden war. Das konnte ja heiter werden!
Aber das Chaos kam erst so richtig in Fahrt, als der Zug einfuhr. Jetzt ging das Gedränge los. Nicht, dass es möglich wäre geordnet aus- und einsteigen zu lassen. Endlich war ich an der Reihe und hatte sogar das Glück einen Doppel Sitzplatz zu ergattern. Ich wuchtete meinen Koffer neben mir auf den Sitz und machte es mir am Fensterplatz bequem. Ich war noch 2,5 Stunden unterwegs.

Eilas Worte gingen mir wieder durch den Kopf. Wir hatten vor ein paar Tagen zum ersten Mal per Videochat geplaudert.
„Ah, jetzt weiß ich, warum mein Bruder dich will. Du bist eine schöne Frau und du passt zu uns!“ Ich würde selbst herausfinden müssen, ob sie die Wahrheit sagte. Irgendwie war sie merkwürdig, meinte, dass die ganze Welt sie kennen würde und sie hätte überall Kontakte. Ihre übertriebene Art schreckte mich etwas ab, sodass ich ihr das Reden überließ. Das führte zwangsläufig dazu, dass das Gespräch recht fix beendet war.

Thats it´s too late to apologize… it´s too late… Oh, einer meiner Lieblingssongs. Diesen Song hörten Jacen und ich gemeinsam während unseres Videochats. Sonst lief bei ihm immer seine albanische Musik. Er trank dabei sein Raki[2] und nahm 3 Schluck Wasser hinterher. Er klang witzig, wenn er angetrunken war und mitsang. Seine Raucherstimme toppte nicht mal die Stimme eines schreienden Huhns. Ich musste immer lachen.

Am Ende dieser Fahrt spürte ich weder meine Beine noch meinen Po. Alles war eingeschlafen. Nach gefühlten 5 Minuten elenden Kribbelns waren sie wieder da. Als der Zug hielt, ging das Chaos in die nächste Runde. Wieder schubsten die Passagiere sich gegenseitig von der Tür weg. Die einen wollten rein, die Anderen raus. Ich wartete, bis meine Mitpassagiere den Zug verlassen hatten und stieg gemächlich ganz zuletzt aus dem Zug aus. Der Schaffner pfiff nach meinem Ausstieg und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Vor mir stand ein etwas älterer Mann und eine jüngere Frau.
„Liiiizzaaaa!“ Trotz des Zuglärms hörte ich meinen Namen. Es war seine kleine Schwester Amelie. Eine hübsche junge Frau, um die 22 Jahre mit langen braunen Haaren. Sie war kleiner als ich, aber gertenschlank. Ich wurde mit einem Lächeln von ihr empfangen. Der ältere Mann lief ihr nach. Groß, Mitte 60 mit grauem Haar. Er machte auf mich den Eindruck eines soliden Herrn. Der Eindruck wurde gleich bestätigt: Er begrüßte mich sehr freundlich.
„Ich bin der Guido und du musst Liza sein.“ Er reichte mir die Hand.
„Ja, ich bin Liza. Es freut mich euch kennenzulernen.“ Ich schüttelte ihm feierlich die Hand, als hätte ich die Bundeskanzlerin selbst getroffen. Er nahm meinen Koffer mit zum Auto, während Amelie sich angeregt mit mir unterhielt.
„Du hast so ein Glück mit meinem Bruder. Er ist der Schönste von allen.“ Was sie nicht sagte… und was war mit mir? War ich nicht auch hübsch und gesegnet mit einem wunderbaren Charakter?
„Wir sind gleich da. Eila wartet schon auf dich, dann können wir auch gleich zu Mittag essen!“ Ich nickte bestätigend und sie drehte sich sehr plötzlich weg. Mir kam das Gefühl hoch, dass niemand wirklich das meinte, was er sagte. Ich fühlte mich dabei nicht wohl. Als würde hier ein Schauspiel veranstaltet werden und jeder hätte seine Texte auswendig gelernt. Trotzdem versuchte ich der Situation gegenüber offen zu bleiben. Insbesondere gegenüber Eila. Möglicherweise war sie die Hauptdarstellerin in diesem Theater, sie, die angehimmelt werden wollte, nach deren Pfeife getanzt wurde. Eine Frau, die es möglicherweise faustdick hinter den Ohren hatte und nach dem Motto agierte: Entweder du machst, was ich dir sage und wir sind die allerbesten Freunde oder ich zerstöre dein Leben!

[1] Albanisches Wort für Praline

[2] Türkisches Nationalgetränk

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